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Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V.

JUGEND MACHT! - Jugendbeteiligung Frohburg

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In der Stadt Frohburg soll ein Jugendbeteiligungsprozess in Gang gesetzt und verstetigt werden. Jugendliche sollen künftig aktiv im Rahmen eines Jugendforums an der Gestaltung ihrer Kommune mitwirken können. Mit der Akquise der Jugendlichen für das Jugendgremium sollen anhand konkreter Ideen der Jugendlichen Projekte gemeinsam geplant und umgesetzt werden. So sollen diese Unterstützung bei der Umsetzung ihrer eigenen Vorhaben erhalten und eingeladen werden, ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten. Aber auch  außerhalb des Jugendforums können die Jugendlichen Unterstützung für die Umsetzung eigener Projekte und Vorstellungen erhalten. Die im Projekt tätige Fachkraft fungiert beratend und unterstützend und bildet die Schnittstelle zu weiteren Entscheidungsträgern, wie etwa der Stadtverwaltung.

Das Projekt entspricht der Beteiligungsstufe "Einbeziehen".

 

Das Projekt im Überblick

Wer Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig
Was JUGEND MACHT! - Jugendbeteiligung Frohburg
Wo Frohburg
Wann Januar 2023 bis Dezember 2024
Für wen Jugendliche (bis 17 Jahre), Junge Erwachsene (bis 27 Jahre)
Wie Jugendforum, Workshops, Sportturniere, Filmabende
Fördersäule Zivilgesellschaftliches Einzelvorhaben
Fördersumme 140.151,88 Euro (bewilligt)

Kontakt und Links

Partner

  • Stadtrat & Bürgermeister der Stadt Frohburg
  • Vereine aus den Bereichen Musik, Umweltpädagogik, Sport
  • verschiedene öffentliche Institutionen (Stadtbibliothek, Kita, Hort)
  • ehrenamtlich Aktive
 

Projektdetails

Im Projekt »JUGEND MACHT! - Jugendbeteiligung in Frohburg« des Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V. sollen Jugendliche aktiv an der Gestaltung ihrer Kommune mitwirken. Dazu gründet der Verein unter anderem ein Jugendforum und entwickelt gemeinsam mit den Jugendlichen eine Jugendsatzung sowie ein Leitbild für die Kommune. Im ländlich geprägten Frohburg ist das eingerichtete Projektbüro eine neue Anlaufstelle für junge Menschen, die bis zum Ende des Vorhabens 2024 auch eigene Projektideen entwickeln können.

Besondere Erfolge

Ein besonderer Meilenstein, welcher auch beispielgebend für andere Kommunen sein könnte, ist die Einführung der Kinder- und Jugendfragestunde im Stadtrat. Durch die schnelle und direkte Kommunikation ihrer Anliegen, und die sofortige Aufnahme und Beantwortung von Fragen wird Jugendlichen das Gefühl vermittelt, gehört zu werden. Der Anstoß einer direkten Beteiligung in Form einer Interessenartikulation zur Gestaltung der eigenen Lebenswelt wird somit gesetzt und Jugendliche werden aktiv in den demokratischen Diskurs eingebunden. Auf Seite der Entscheidungsträger/innen wiederum stellt sich ein Perspektivwechsel ein, welcher auch die Berücksichtigung von Jugendinteressen in den weiteren Planungen der Kommune ermöglicht.

Herausforderungen und Learnings

Herausforderungen ergeben sich mitunter in der Kontaktaufnahme und der Motivation junger Menschen, sich aktiv in Entscheidungsprozesse einzubringen. So ist bei manchen Jugendlichen zwar der Wille vorhanden, die eigenen Interessen zu artikulieren, selbst planerisch und gestaltend an einer Umsetzung zu partizipieren allerdings nicht vorgesehen. Weiter ergeben sich Herausforderungen im Peer-Group-Ansatz: Für manche Gruppen von Jugendlichen ist die Anwesenheit anderer Jugendgruppen im Projekt eine Hürde zur Kontaktaufnahme. Außerdem sind die unterschiedlichen Zeithorizonte herausfordernd: Ein zeitlicher Umfang von einem halben Jahr zur Lösung eines Problems kann für eine Stadtverwaltung ein sehr kurzer Zeitrahmen sein, für beteiligte Jugendliche allerdings als zu langwierig angesehen werden, als dass sie sich in ihrem Anliegen ernst genommen fühlen. Eine letzte große Herausforderung ergibt sich im  Finden von Räumlichkeiten für Jugendliche und ihre Projekte. Durch den reduzierten Bestand an öffentlichem Eigentum ist es auch der Kommune nur selten möglich, jungen Menschen geeignete Räume zur freien Gestaltung zur Verfügung zu stellen. Die Anmietung privater Räumlichkeiten zur Unterbringung der Jugendlichen kann allerdings zu teuer sein, wodurch sich wenig Freiräume für Jugendliche ergeben.

Besondere Erfahrungswerte 

Für die Etablierung und Bekanntmachung eines Beteiligungsprojekts empfiehlt es sich an schon vorhandenen Multiplikator/innen und potenziellen Netzwerkpartner/innen anzudocken, wie z.B. Freiwillige Feuerwehr, Sportverein, NABU etc. Anreize zur Teilnahme werden vor allem dann gesetzt, wenn man eine Interessengruppe so konkret wie möglich anspricht. Des weiteren empfiehlt es sich immer alle Kanäle zur Zielgruppenansprache zu verwenden, also sowohl Social Media als auch Zeitungskanäle und direkte Ansprache. Schließlich ist für die Etablierung, Verstetigung und das Gelingen des Beteiligungsprozesses eine intrinsisch-vorhandene Motivation junger Menschen zum Erreichen eines konkreten Ziels erforderlich. Diese Zielvorstellung ist in Beziehungsarbeit mit der Zielgruppe zu erörtern.

 

Projektziele

1 Leitziel ist es, Jugendbeteiligungsprozess in Gang zu setzen und zu verstetigen. Jugendliche sollen aktiv an der Gestaltung der Kommune mitwirken, ein Mitspracherecht erhalten, Ideen umsetzen und Veränderungen herbeiführen können. Junge Menschen sollen ihre Rechte kennen, Motivation zur Meinungsäußerung entwickeln und sich zukünfitg in kommunale Angelegenheiten und für eigene Belange einbringen.
2 Gründung eines Jugendforums für die Jugendlichen der Kernstadt und der Ortsteile, mit dem Ziel, die Jugendlichen in die demokratischen Prozesse der Kommune einzubinden. Die Einbindung soll über die Artikulation von Interessen, die Übernahme von Verantwortung und die Stärkung von Konfliktfähigkeit erreicht werden. Dadurch soll das Interesse für späteres bürgerschaftliches oder kommunalpolitisches Engagement geweckt und dem Rückzug von Jugendlichen in den privaten Raum, wie er seit der Corona-Pandemie stattfindet, entgegengewirkt werden.
3

Sensibilisierung von Entscheidungsträger/innen und Bürger/innen für Jugendinteressen:

  • Schaffung einer lebenswerten Stadt auch für junge Menschen
  • Entgegenwirkung der Abwanderung in Großstädte durch eine erhöhte Identifikation mit der Kommune
  • Umsetzung von §47a der sächsischen Gemeindeordnung
  • Initiierung ähnlicher Projekte in anderen Kommunen
 

Meilensteine

1

Bekanntmachung des Projekts durch diverse Aktivitäten:

  • Information der lokalen und lokalpolitischen Entscheidungsträger/innen sowie der Zivilgesellschaft über den Start, die Inhalte und Zielsetzung des Projekts
  • Projektpräsentation im Mai 2023 im Stadtrat
  • Projektpräsentation im Mai 2023 in der Bibliothek für interessierte Bürger/innen
  • Einrichtung Social-Media-Accounts
  • Verteilung von Informationsplakaten an jugendrelevanten Orten
  • Erstellung von Flyern
  • Anmieten eines Ladengeschäfts zur sichtbaren und niedrigschwelligen Kontaktaufnahme
  • Durchführen eines Grillnachmittags mit Siebdruckworkshop
2 Einführung der Kinder- und Jugendfragestunde im Stadtrat Frohburg: Seit der Stadtratssitzung am 24.05.2023 stehen Kindern und Jugendlichen die jeweils ersten zehn Minuten einer jeden Stadtratssitzung zur Verfügung. Sie können ihre Anliegen und Fragen gegenüber dem Stadtrat äußern und im gleichen Zug Antworten erhalten. Durch die schnelle und direkte Kommunikation ihrer Anliegen, und die sofortige Aufnahme und Beantwortung von Fragen, wird Jugendlichen das Gefühl vermittelt, gehört zu werden. Der Anstoß einer direkten Beteiligung in Form einer Interessenartikulation zur Gestaltung der eigenen Lebenswelt wird somit gesetzt, und Jugendliche in den demokratischen Diskurs eingebunden. Auf Seite der Entscheidungsträger/innen wiederum stellt sich ein Perspektivwechsel ein, welcher auch die Berücksichtigung von Jugendinteressen in den weiteren Planungen der Kommune ermöglicht.
3 Projektvorstellung mittels Planspiel in Oberschule: Mittels aktivierender und kreativitätsfördernder Methoden wurde im Juni 2023 die Projektvorstellung in drei 9. Klassen der Oberschule umgesetzt. Dabei wurden die Informationen zum Projekt mithilfe  pädagogischer Methoden und einem Planspiel vermittelt. Im Rahmen des Planspiels wurden die Jugendlichen in Gruppen eingeteilt und sollten ein konkretes Beispiel zur Gestaltung ihres Heimatortes suchen. Im Anschluss wurde erörtert, welche Schritte zur Umsetzung des angedachten Projekts selbst unternommen werden können und wo externe Hilfe benötigt wird. Anschließend wurde  eine Einladung zur Projektplanung ausgesprochen, um das angedachte Projekt im Rahmen von »Jugend Macht!« umzusetzen.
4 Eröffnungsfeier der Räumlichkeiten der Jugendbeteiligung: Am 26.07.2023 fand eine feierliche Eröffnung der Räumlichkeiten des Jugendbeteiligungsladens statt. Zu dieser Feier wurde öffentlich, (Social Media, Amtsblatt), eingeladen. Separate Einladungen erfolgten an die Stadtverwaltung und den Stadtrat, sowie alle mit Jugendlichen in Kontakt stehenden Vereine und Initiativen. Ziel war es einerseits, über Projektinhalte, aber auch über bereits in Arbeit befindliche und abgeschlossene Ideen und Projekte von Jugendlichen zu informieren sowie neue Ideen und Vorhaben von Jugendlichen aufzunehmen.
5 Umsetzen mehrerer Großprojekte als dauerhafte Halte- und Bleibefaktoren für junge Menschen im
ländlichen Raum
: Durch den Einsatz und das Engagement verschiedener Jugendgruppen zu unterschiedlichen Anliegen, sowie durch enge Kooperationen zwischen Projekt, Kommune und zivilgesellschaftlichen Akteur/innen und Einzelpersonen, konnten verschiedene dauerhaft angelegte Großprojekte umgesetzt werden. Hierzu gehören etwa das Einrichten zweier neuer selbstverwalteter Jugendclubs, das Errichten einer Basketballanlage und die Rettung eines Jugendclubs durch Förder- und Spendenakquise zur Sanierung.
6 Das JUF-Festival: Ein Gemeinwesenfest organisiert von, mit und für Jugendliche – und für die ganze Stadt! Am 10.08.2024 als Kooperation einer Jugendgruppe mit verschiedenen anderen lokalen Akteur/innen ausgerichtet, erfüllte das JUF-Festival die Rolle des fehlenden Stadtfestes. Dabei waren Jugendliche nicht nur in Planung und Organisation des Festes beteiligt, auch das Bühnenprogramm bestand ausschließlich aus Kunst- und Kulturschaffenden aus der Kommune Frohburg und unter 27 Jahren. Der Dank und eine Würdigung ans Planungsteam stellte sich mit über 1300 Besucher/innen ein.
 

Projektergebnisse

2023 Projektergebnisse liegen in Form von in Arbeit befindlichen oder bereits umgesetzten Projekten oder angestoßenen Beteiligungsprozessen vor. Hierzu zählen die Neueinrichtung und Neugründung eines Jugendclubs in Hopfgarten (Ortsteil von Frohburg) sowie der zeitgleichen Gründung eines Hobby- Fußballvereins im selben Ortsteil.
  Weiter wurde ein Dialog innerhalb der Stadtverwaltung über die freie Zugänglichkeit kommunaler Sport- und Freizeitanlagen (Fußballplatz, Skatepark etc.) angestoßen. Der frei zugängliche Volleyballplatz in Frohburg wurde gemeinsam mit Jugendlichen restauriert und neueröffnet.
  Aus dem Bereich umweltpädagogischer Projekte fand mit Jugendlichen der Bau von Zigarettenmülleimern für einen nahegelegenen Badesee statt. Die Mülleimer beinhalten eine Informationstafel, auf welcher über die schädliche Wirkung von Zigarettenabfällen für die Umwelt informiert wird. Die Aufstellung wird durch fachkundige und informative Führung am das Ufer des Sees ergänzt.
  Es werden zudem anhaltend junge Menschen mit ihren Anliegen in die Kinder- und Jugendfragestunde in den Stadtrat mitgenommen. Angebrachte Themen waren hierbei beispielsweise das zusätzliche Aufstellen von Mülleimern und die Bekanntmachung eigener Initiativen der Jugendlichen, wie etwa die Vorstellung eines Bandprojekts, um zukünftig mehr kommunale Unterstützung zu erhalten.
2024 Auch im Jahr 2024 konnten verschiedene Beteiligungsprozesse fortgeführt bzw. abgeschlossen werden. So ist die Neueinrichtung und Neugründung des Jugendclubs Hopfgarten, sowie die Qualifikation der Mitglieder zur Führung des Clubs abgeschlossen. Außerdem konnte ein weiterer Jugendclub im Ortsteil Eschefeld neu eingerichtet werden.
  Über die Erhaltung der anderen selbstverwalteten Jugendclubs im Kommunengebiet hinaus, konnten überdies Fördermittel und Spendengelder zur Sanierung und Neueinrichtung von Treffpunkten für Jugendliche akquiriert werden. Hierzu zählen etwa die Dachsanierung des selbstverwalteten Jugendclubs Streitwald (OT von Frohburg) und die Neueinrichtung des Basketballplatzes in Frohburg.
  Die Themen „Jugendinteressen“, „Interessenartikulation“ und „demokratische Einbindung“ konnten in verschiedenen öffentlichen Auftritten und Veranstaltungen, wie etwa Netzwerktreffen (Erfahrungs- und Beratungsnetzwerk Bürgerbeteiligung Sachsen), Gesprächsrunden (Theater der Jungen Welt) oder Tagungswochenenden (Sächsische Jugendstiftung) platziert werden, womit diese auch im öffentlichen Diskurs sichtbar bleiben.
  Gemeinsam mit verschiedenen Jugendgruppen konnten Projekte und Veranstaltungen umgesetzt werden, welche oftmals den Anspruch hatten ins Gemeinwesen zurückzuwirken. Hierzu zählen die Ausrichtung eines Open-Air-Sommerkinos und eines Volleyballturniers, die Unterstützung einer Gruppe bei der Förderakquise für ihren Konzertabend und eines Jugendclubs zur Ausrichtung des lokalen Dorffestes (Schönau).
  Das Frohburger Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit konnte sich ausweiten und verstetigen. Als Vernetzungstool bietet es verschiedenen haupt- und ehrenamtlich Engagierten aus der Frohburger Kinder- und Jugendarbeit (Schulsozialarbeit, Hort, Kita, Stadtverwaltung, Vereine etc.) die Möglichkeit sich auszutauschen, Ressourcen zu bündeln und gemeinsam übergreifende Themen zu bearbeiten.

Verwendung der Ergebnisse

Die vorgebrachten Anliegen und Ideen junger Menschen werden in weitere Planungen der Stadt aufgenommen. Kleinere Anliegen sollen auf schnellem Wege gelöst werden. Bereits umgesetzte Projekte sollen in Zukunft junge Menschen zur Beteiligung animieren. Selbstverwaltete Jugendclubs und Jugend- Initiativen sollen kommunal wahrgenommen werden, Unterstützung erhalten und empowert werden ihre Wünsche möglichst selbstständig umzusetzen. Weiter soll eine Art Lobby für jugendliche Interessen in der öffentlichen Wahrnehmung geschaffen werden. Die Kooperation mit anderen im Kommunengebiet aktiven Vereinen und Institutionen soll ausgeweitet werden, um ressourcensparend und kooperativ Großprojekte umsetzen zu können. Verschiedene erfolgreiche Formate (Festival, Sommerkino etc.) sollen verstetigt werden.

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