KulturLeben UG
Jugend plant Stadt - Kinder- und Jugendbeteiligung an kommunalen Planungen
§ 47a der Sächsischen Gemeindeordnung sieht Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei allen städtischen Vorhaben, welche die Interessen der Kinder und Jugendlichen berühren, vor. Im Rahmen des Projekts wurden an verschiedenen Grund- und Förderschulen acht Beteiligungsverfahren zu laufenden Planungen der Stadt Dresden - konkret zur Bundesgartenschau, die 2033 in Dresden stattfinden soll - durchgeführt. Dabei wurden an der jeweiligen Schule möglichst viele Schülerinnen und Schüler angesprochen und in den Pausen Gelegenheitsstrukturen zum Ideenaustausch geschaffen. Parallel fanden Ideenwerkstätten statt, welche auch das Recht auf Beteiligung nach §47a der Sächsischen Gemeindeordnung aufbereiten. Die Ideen und Ergebnisse wurden gesammelt, aufbereitet, durch die Schülerinnen und Schüler gewichtet und die kommunalen Planungsbeauftragten übergeben. Das Organisationsteam verfolgte im Nachgang die Verwendung der Ergebnisse. Sie sollen in die Ausschreibungen der europaweiten Landschaftsplanungswettbewerbe 2026 einfließen.
Das Projekt entspricht der Beteiligungsstufe »Einbeziehen«.
Das Projekt im Überblick
| Wer | KulturLeben UG |
| Was | Jugend plant Stadt - Kinder- und Jugendbeteiligung an kommunalen Planungen |
| Wo | Dresden |
| Wann | Januar 2024 bis Dezember 2025 |
| Für wen | Kinder, Jugendliche und schulische Fachkräfte |
| Wie | Bürgerwerkstatt, Beteiligungsworkshops, Entwicklung von Gelegenheitsstrukturen für Austausch |
| Fördersäule | Zivilgesellschaftliches Einzelvorhaben |
| Fördersumme | 160.000,00 Euro (bewilligt) |
Kontakt und Links
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- Jugend plant Stadt Informationen zum Projekt
Projektziele
| 1 | Die von Kindern und Jugendlichen erarbeiteten Ideen zu Planungsvorhaben in Dresden, nach § 47a SächsGemO, sollten priorisiert und den zuständigen Planungsämtern übergeben werden. Die Empfehlungen sollten bei den weiteren Planungen beachtet werden und in der Umsetzung wahrnehmbar sein. Zu diesem Zweck sollten verschiedene Methoden zur Sammlung von Ideen der Schülerinnen und Schülern entwickelt und umgesetzt werden. |
| 2 | Zu Erreichung der Projektziele sollten an acht Schulen Beteiligungsverfahren mit Schülerinnen und Schülern zu unterschiedlichen Planungsvorhaben der Stadt Dresden durchgeführt werden. |
| 3 | Die Schülerinnen und Schüler sollten nach der Durchführung des jeweiligen Beteiligungsverfahrens ihre Rechte nach §47a SächsGemO sowie Grundzüge der Bauplanung kennen. |
Meilensteine
| 1 | Finden von geeigneten Planungsvorhaben bei denen im Planungsfortschritt Kinder- und Jugendideen berücksichtigt werden können, Absprechen des gemeinsamen Vorgehens mit den Planungsämtern zur erfolgreichen Implementierung von Ideen von Schülerinnen und Schülern sowie Finden der entsprechenden Schulen im Nahumfeld des jeweiligen Planungsvorhabens. |
| 2 | Durchführung von acht Beteiligungsverfahren an den Schulen. Sicherung der Ergebnisse und Einreichung dieser bei den Planungsämtern. Dokumentation der Verwendung der Ergebnisse. |
| 3 | Sichtbarmachung der Ideen von Schülerinnen und Schülern im Stadtraum. |
Erfahrungswerte des Trägers
Besondere Erfolge
Der Träger hat sehr wichtige, bereichernde und schöne Erfahrungen bei der Beteiligung von Schülerinnen und Schülern in Förderzentren, beispielsweise bei der Erprobung des dreitägigen Workshopformats an der Schule für Sprachförderung Albertpark, dem Förderzentrum »Professor Dr. Rainer Fetscher«, der Schule am Burkersdorfer Weg und der Schule »Marie«, gemacht.
Herausforderungen und Learnings
| 1 |
Langfristigkeit Beteiligung darf sich nicht auf einzelne Veranstaltungen beschränken, sondern muss insbesondere bei komplexen Planungen langfristig angelegt sein. Daher sollen die Planungen der BUGA Dresden 2033 kontinuierlich im Blick behalten und versucht werden, die Schülerinnen und Schüler weiterhin einzubeziehen. Die weitere Begleitung des Prozesses eröffnet die Möglichkeit, zukünftige Planungsschritte zu verfolgen und potentiell an die Schulen zurückzukehren. Fragen wie »Was passiert nach der BUGA?« zeigten, dass auch Grundschülerinnen und -schüler bereits langfristig denken und planen können. |
| 2 |
Transparenz Den Kindern und Jugendlichen darf nicht vermittelt werden, dass alle ihre Wünsche umgesetzt werden. Stattdessen sollte klar erkennbar sein, welche Planungsbereiche unveränderlich sind, warum das so ist und an welchen Stellen eine aktive Beteiligung möglich ist. |
| 3 |
Abbildung von Prozessen Die Planung des Vorhabens sollte als ein langwieriger und komplexer Prozess dargestellt werden, der viele verschiedene Akteurinnen und Akteure sowie erforderliche Kompromisse umfasst. Gleichzeitig sollte der Ablauf in klaren, einzelnen Phasen nachvollziehbar gemacht werden. |
| 4 |
Beeinflussung der Ergebnisse durch Materialien und Kategorien Die eingesetzten Materialien, wie zum Beispiel LEGO, können bestimmte Denkmuster vorgeben. Träger sollten sich dieser unsichtbaren Leitlinien stets bewusst sein und die Beteiligten dazu ermutigen, kreativ umzudenken. Gleiches gilt beispielsweise auch für die Einteilung der Ideen in die drei BUGA-Kategorien »Freiraum«, »Bauliche Anlagen« und »Sozial-Kulturell«, die nicht immer eindeutig ist. Der vage Umriss dieser Kategorien kann die Kreativität der Teilnehmenden unter Umständen einschränken. |
| 5 |
Wertschätzung lokaler Expertise Unersetzlich waren die Denkanstöße und Empfehlungen der örtlichen Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher. Es war uns wichtig, auf ihre Kenntnis des Lernstandes der Schülerinnen und Schüler und ihre Erfahrungen zurückzugreifen. In den Förderschulen zum Beispiel wurde besonders eng mit den Lehrkräften vor Ort zusammengearbeitet, die am besten einschätzen konnten, welche besonderen Bedarfe ihre Schülerinnen und Schüler haben. |
| 6 |
Wertschätzung durch Incentives Die als Dankeschön verteilten Materialien wurden von Schülerinnen und Schülern, Erzieherinnen und Erziehern und Lehrkräften mit Freude und Stolz angenommen und aktiv zur Umsetzung ihrer Ideen im Beteiligungsprojekt genutzt. |
| 7 |
Sichtbarkeit der Ergebnisse und Beteiligungskritik Aus der Erfahrung des Trägers können insbesondere Erwachsene beteiligungskritisch reagieren, wenn sie die Ergebnisse der Beteiligung nicht nachvollziehen können – ein Punkt, der bei einem langfristigen Projekt wie der BUGA Dresden 2033 besonders relevant ist. Es sollte stets betont werden, dass städtische Planungen komplex und langwierig sind. Beteiligung dient nicht dazu, persönliche Wünsche unmittelbar umzusetzen, sondern ermöglicht es den Teilnehmenden, durch ihre Mitwirkung das Umfeld zu gestalten und zukünftigen Generationen zugutekommen zu lassen. Gleichzeitig sollten die Ergebnisse der Beteiligung am Ende des Projekts für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern sichtbar gemacht werden. |
Projektergebnisse
| 1 | Es wurden spezielle Beteiligungskonzepte für verschiedene Schulformen je nach Planungsgegenstand erarbeitet. |
| 2 | Es wurden speziell entwickelte Materialien zur Verdeutlichung des Planungsgegenstandes für unterschiedliche Schulformen entwickelt. |
| 3 | Zur strukturierten Erfassung der wichtigsten Wünsche der Schülerinnen und Schüler sowie Bedürfnisse im Kontext der Schule im Nahsozialraum entstand ein Berichte je Schule für die Planungsverantwortlichen. |
Verwendung der Ergebnisse
Die Ergebnisse wurden systematisch erfasst, von den Schülerinnen und Schülern priorisiert und anschließend ausgewertet. Die daraus gewonnenen Daten und Rückmeldungen sollen in die Ausschreibungen der europaweiten Landschaftsplanungswettbewerbe 2026 einfließen. Inhaltlich wurde sich dabei auf die Kernareale »Südpark« sowie »Kiesseen Leuben« und »Galopprennbahn Leuben« konzentriert. Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, wurden alle Ergebnisse den drei BUGA-Fokusthemen »Freiraum«, »Bauliche Anlagen« und »Sozial-Kulturell« zugeordnet.