Stadt.Raum.Gestalten e.V.
Die Quartiersbühne: interaktive Theaterdialoge zwischen Politik und Zivilgesellschaft
Der Leipziger Verein Stadt.Raum.Gestalten e. V. hat mit seinem Projekt »Die Quartiersbühne: interaktive Theaterdialoge zwischen Politik und Zivilgesellschaft« ein besonderes Dialogformat entwickelt: Im Herbst 2022 erhielten Akteurinnen und Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft eine gemeinsame Bühne. Dabei kamen in mehreren Mitmachstücken Menschen verschiedenster Hintergründe miteinander ins Gespräch. Die Inszenierungen entwickelten sich dabei dynamisch, wobei die Ergebnisse dieser sogenannten Dialogtheater jeweils die Diskussionsgrundlage für die Bürgerdialoge bildeten, die im Anschluss der Vorstellungen stattfanden.
Das Projekt entspricht der Beteiligungsstufe "Einbeziehen".
Das Projekt im Überblick
Wer | Stadt.Raum.Gestalten e.V. |
Was | Die Quartiersbühne: interaktive Theaterdialoge zwischen Politik und Zivilgesellschaft |
Wo | Leipzig |
Wann | Juni bis Dezember 2022 |
Für wen | Alle Einwohnerinnen und Einwohner, Stadtteilbewohnerinnen und Stadteilbewohner |
Wie | Mitmachtheaterstück, Diskussionsrunden |
Fördersäule | Zivilgesellschaftliches Einzelvorhaben |
Fördersumme | 5.990,00 Euro (bewilligt) |
Kontakt und Links
- Stadt.Raum.Gestalten e.V. Informationen zum Träger
- Die Quartiersbühne Informationen zum Projekt
Projektdetails
- Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Pöge-Haus e. V. und dem Forumtheater Leipzig erarbeitet.
- Die Quartiersbühne brachte dabei die unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure zusammen, die für die Stadtteilentwicklungsthemen im Leipziger Osten verantwortlich bzw. davon betroffen sind: Vereine, Kontaktbüros, Anwohnerinnen und Anwohner.
- In einer ersten Phase wurde der Input erarbeitet: Was sind Themen, die den Stadtteil bewegen? Wie lebt es sich im Osten? Welche Wünsche und Ideen, Bedürfnisse und Konflikte gibt es? Wer kann was entscheiden? Und was genau ist Stadtteilentwicklung eigentlich? Hierzu wurden unter anderem Interviews in Parks und auf den Straßen geführt.
- Von September bis November 2022 fanden die Aufführungen der Quartiersbühnen an verschiedenen Orten im Leipziger Osten statt. Am 8. November machte sich Staatssekretärin Dr. Gesine Märtens ein Bild von dem Projekt und nahm an der Veranstaltung in einer Kindertagesstätte teil.
- Das aufgeführte Theaterstück war als Mitmachstück konzipiert, sodass alle Zuschauenden zum Mitmachen aufgefordert wurden.
- Zunächst stellte das Projekttheater eine bestimmte Szene dar. Im Anschluss kam das Publikum miteinander ins Gespräch und reflektierte das Stück und die gezeigten Rollen. Schließlich erhielt das Publikum die Möglichkeit, das im Theaterstück dargestellte Problem zu lösen, in dem es bestimmte Rollen selbst darstellte und einen anderen Lösungsweg ausprobierte. Abschließend wurden die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten miteinander diskutiert.
- Eine visuelle Übersetzerin, die die Gruppen begleitete, verbildlichte die inhaltlichen Prozesse während der Veranstaltungen. Inhalte, Themen und daraus resultierende Vorschläge wurden analog zusammengefasst und anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht sowie den entsprechenden behördlichen Stellen für die Stadtteilentwicklung zur Verfügung gestellt.
Besondere Erfolge
Das entwickelte Format kann einen besonderen Beitrag dazu leisten, Verständnis für unterschiedliche Perspektiven auf Themen der Stadtentwicklung zu erlangen. Durch das aktive Einbeziehen von Emotionen, die sonst in Beteiligungsprozessen eher ausgeblendet werden, werden Personen aktiv in das Geschehen eingebunden und fühlen sich wertgeschätzt und wahrgenommen.
Herausforderungen und Learnings
Aus den vorhandenen Themen wurde ein an die Realität angelehntes, fiktives Szenario entwickelt. Das Szenario ermöglichte zwar vielen Teilnehmenden eine Übertragung des Gesehenen auf ihre Realität, jedoch führte es dazu, dass die Involvierung während der partizipativen Quartiersbühnen eher kognitiv als emotional war. Die Stärke der Methoden liegt jedoch darin, dass sie bei einem hitzigen Diskussionsklima für Abkühlung sorgen und zugleich die Energien der Emotionen auf die Suche von Lösungs- und Handlungsideen umlenken können. In nachfolgenden Projekten sollen deshalb reale Situationen inszeniert werden.
Projektziele
1 | Entwicklung und Umsetzung eines theaterbasierten Dialogformates, um Begegnungs- und Austauschräume zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft zu Stadtteilentwicklungsthemen im Leipziger Osten zu schaffen |
2 | Stärkung demokratischer Strukturen, um der wachsenden gesellschaftlichen Spannung entgegenzuwirken |
Meilensteine
1 | Konzeptionelle und inhaltliche Ausgestaltung konfliktsensibler Dialogformate zu Stadtentwicklungsthemen des Leipziger Ostens. Konkret wurde eine halbfiktionale Szene entwickelt. |
2 | Vier Aufführungen im Leipziger Osten mit ca. 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit unterschiedlichen methodischen Schwerpunkten. |
Projektergebnisse
1 | In den im Anschluss der Veranstaltungen ausgeteilten Fragebögen wünschten sich 93% der Befragten, Theaterformate auch bei anderen Stadtentwicklungs-Dialogprozessen einzusetzen. |
2 | Für die nachhaltige Sichtbarkeit ist die Webseite www.quartiersbuehne.de entstanden. |
3 | Die erprobten Formate wurde reflektiert und überarbeitet, sodass sie als Angebote für zukünftige Prozessbegleitungen und Beteiligungsverfahren zur Verfügung stehen. |
4 | Es wurde ein Fachzeitschriftenartikel über das Projekt veröffentlicht, der hier nachgelesen werden kann. |
Verwendung der Ergebnisse
Da sich das Format als sehr erfolgreich herausgestellt hat, soll es weiterentwickelt werden.